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Malteser Weiden

Erstes stationäres Hospiz der Malteser in Bayern eröffnet

Der Regensburger Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer und Bayerns Innenmimister Joachim Herrmann bei der Einweihung von Hospiz Sankt Felix in Neustadt a.d. Waldnaab

11.02.2019

Regensburg/Neustadt/WN. Mit der Eröffnung des stationären Hospiz Sankt Felix in Neustadt an der Waldnaab hat die 20jährige ambulante Hospzarbeit der Malteser im Raum Weiden/Neustadt ihre Vollendung gefunden. Bundesweit gibt es derzeit 105 Angebote ambulanter sowie stationärer Hospizarbeit der Malteser. Bayerns erstes stationäres Hospiz der Hilfsorganisation wurde nun am 01. Februar offiziell durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (Mitglied des Malteser Ritter-Ordens) eröffnet.

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Hospizes begann die Eröffnunsgsfeier mit den geladenen Gästen. Unter ihnen, neben Innenminister Herrmann, die Landtagsabgeordneten aus der Region, der stv. Vorsitzende des Aufsichtsrates der Kliniken Nordoberpfalz AG und Neustädter Landrat Andreas Meier, der Bürgermeister der Stadt Neustadt, Rupert Troppmann, der Weidener OB Kurt Seggewiß und zahlreiche Bürgermeister aus den Nachbargemeinden. Als Gesellschaftervertreter der Malteser war Regionalgeschäftsführer Frank Weber aus Würzburg angereist.

Pater Sigmund vom Kloster St. Felix war es vorbehalten, die ca. 160 Gäste willkommen zu heissen. Nahezu alle, die in der Region Rang und Namen haben, hatten sich zum Pontifikalgottesdienst mit dem Diözesanbischof eingefunden. Der Franziskaner-Minorit erzählte, dass er das Haus bestens kenne und den Wechsel von Krankenhaus zu Palliativstation und nun zum Hospiz aktiv miterlebt hat und in dieser Zeit die Menschen dort begleiten und betreuen durfte. „Ich werde mich mit gleicher Hingabe den Gästen im Hospiz widmen“, versicherte der Ordensgeistliche und freue mich besonders, dass das Hospiz den Namen des heiligen Felix trägt.

Der Bischof, der mit zahlreichen Geistlichen aus der Region den Gottesdienst zelebrierte, sprach in seiner Predigt von zwei Paradoxien. „Alt werden wollen wir alle, aber alt sein will keiner.“ Und der Tod gehört zum Leben, weil er das Leben beendet. Ein Fußballspiel, so der Würdenträger, wäre wohl todlangweilig, wenn es keinen Schlusspfiff gäbe. „Nur weil es den Tod gibt, hat das Leben eine Bedeutung.“  Er mache das Leben spannend und interessant und deshalb sei es wichtig, was ich hier und heute tue. Auf das Hospiz kommend zeigte sich der Oberhirte dankbar, dass inzwischen Palliativmedizin und Hospizgedanke in der Gesellschaft Interesse finden. „Aktive Sterbehilfe aber muss ein Tabu sein“, warnte der Bischof. Kardinal Reinhard Marx zitierend sagte Voderholzer: „Gebt uns die Sterbenden. Wir wollen alles tun, dass sie nicht durch die Hand anderer, sondern an der Hand anderer ihre letzte Stunde erleben, bis Gott entscheidet“. Zum Abschluss des Gottesdienstes erteilte der Bischof allen Mitarbeiterinnen des Hospizes den Einzelsegen.

Der Geschäftsführer des Hospizes und Diözesangeschäftsführer der Malteser, Dr. Frank Becker zeigte sich beim anschließenden Empfang auch im Namen von Hospizleiterin Susanne Wagner überwältigt von dem Zuspruch an der Eröffnungsfeier.

Die Diözesanleiterin der Malteser, Adelheid Freifrau von Gemmingen sprach davon, dass ein lang gehegter Wusnch nun endlich in Erfüllung gehe und schilderte kurz den langwierigen Weg bis zur Eröffnung. Aber nun sei es in Zusammenarbeit mit den Kliniken Nordoberpfalz gelungen, einen Meilenstein zu setzen. Die Hospizarbeit der Malteser erlebe mit dem heutigen Tag einen Leuchtpunkt für die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, sowie für die Stadt Weiden. „Wir werden im Hospiz Sankt Felix die Menschen bis zu ihrem natürlichen Lebensende nicht allein lassen in ihrer Angst“, versicherte die Baronin. Die christliche Einrichtung stehe allen Kranken offen, gleich welchen Glaubens.

Landrat Andreas Meier dankte in seinem Grußwort auch als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kliniken Nordoberpfalz AG für das Hospiz, das auf die gesamte Region ausstrahle. Hier fänden Schwerstkranke einen würdigen, respektvollen und liebevollen Ort.

Bayerns Innenminister Joachim Hermann, der übrigens Mitglied des Malteser Ritterordens ist, gratulierte der gesamten nördlichen Oberpfalz zu diesem beeindruckenden Gesamtkonzept der Palliativmedizin und der Hospizarbeit auch im Namen von Gesundheitsministerin Melanie Huml und betonte, dass man soweit noch lange nicht überall sei in Bayern.

Auch der Minister sprach vom Hospiz Sankt Felix, von einem Ort, wo Schwerstkranke einen Ort finden, der Abschied zulässt. Hierzu brauche es aber auch Menschen, die sich den Sterbenden zuwenden. Das ist das Großartige. Hermann wünschte hierfür allen Beschäftigten im Hospiz viel Kraft.

Nach dem offiziellen Teil schloss sich ein Tag der offenen Tür an, den mehrere hundert Besucher nutzten, um sich ein Bild von der Einrichtung u machen

Bischof Rudolf Voderholzer segnete im Beisein vieler Geistlicher aus der Region und zahlreichen Ehrengästen die Räume des Hospiz Sankt Felix

 

Diözesanleiterin Baronin von Gemmingen freute sich über die Verwirklichung „Ihres Traumes“. Geschäftsführer Dr. Frank Becker (stehend links) und die Leiterin des Hospiz, Susanne Wagner, sowie die hochrangigen Gäste waren ebenso erfreut über die Eröffnung des 1. stationären Malteser-Hospizes in Bayern

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